Warum – dieses Straßenfest?

 

Transparent
Foto: Zafer Akbulut

Sowohl die Tatsache, dass zwischen 2000-2007 eine NSU-Zelle verantwortlich für die Tötung von neun Mitbürgern mit Migrationshintergrund, einer Polizistin und unzähliger anderer Straftaten war, als auch die anschließenden Entwicklungen während des Gerichtsverfahrens zeigen uns, dass der Rassismus allgegenwärtig ist.

Zudem erfolgen seit Jahren zahlreiche rassistisch motivierte Demonstrationen und Kundgebungen in verschiedenen Städten – auch in Nürnberg.

Erschreckende Zahlen über zu 97 Prozent rechtsmotivierte Straftaten gegen AsylbewerberInnen und Asylunterkünfte in Bayern förderte eine aktuelle Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, zutage. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 gab es demnach 340 Angriffe auf Flüchtlinge sowie 75 Straftaten gegen Asylunterkünfte – darunter auch etliche Brandanschläge. Von den 429 Straftaten wurden 415 als rechtsmotiviert eingestuft. Aus den Aufstellungen geht hervor, dass die Polizei in den meisten Fällen keine Pressemitteilung erstellte. Die Öffentlichkeit war also über die rechten Gewalttaten meist nicht informiert.

Der schreckliche Anschlag in Berlin auf einen Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 erschütterte alle Menschen. Wir verurteilen den schrecklichen Anschlag. Dies ist ein Anschlag auf die Menschheit und zielt darauf ab, den Hass und die Ängste gegenüber anderen Glaubensrichtungen erneut zu verstärken. Die Nazis und Rassisten nutzen derartige Anschläge für ihre menschenverachtende und hetzerische Politik, um die Bevölkerung zu spalten. Wir dürfen nicht zulassen, dass Stimmung gegen Geflüchtete, sowie auch gegen hier ansässige Migranten gemacht wird.

Durch die Übernahme der Schirmherrschaft von unserem Oberbürgermeister Dr. Maly, die gehalten Reden und dem gesamten Programm konnten wir mit den ersten vier Straßenfesten von 2015 bis 2018 ein wichtiges Zeichen für ein besseres Zusammenleben der Menschen verschiedener Herkunft in Nürnberg setzen.

In diesem Sinne planen wir als breit aufgestelltes Bündnis das fünfte Straßenfest am Aufseßplatz:

„Gegen Rassismus und Diskriminierung – Für ein besseres Zusammenleben“
am 22. Juni 2019.

Diesen Termin haben wir bewusst ausgesucht, denn drei Opfer der NSU-Terrorzelle wurden in Nürnberg ermordet. Am 13. Juni 2019 jährt sich der Todestag von Abdurrahim Özüdoğru zum 17. Mal und am 9. Juni 2019 jährt sich der Todestag von Ismail Yaşar zum 13. Mal. Zuvor fiel Enver Simsek am 9. September 2000 den NSU-Mördern zum Opfer.