Filme/Fotos 2022

Jetzt können wir wieder eine Auswahl von Fotos vom Straßenfest zur Verfügung stellen. Zunächst folgen Fotos, die den Ablauf des Straßenfestes skizzieren. Weiter unten zeigen wir einen Teil der Ergebnisse mit Lyrik-Collagen der Schreibwerkstatt. Als erstes aber ein Hinweis auf einen Fernsehbeitrag.


Filme bzw. Fernsehen

In der Sendung „Guten Abend Franken“ vom FRANKEN FERNSEHEN kam am 20. Juni 2022 ein kurzer Beitrag zum Straßenfest. Hier ist der Link. Der Beitrag läuft von Minute 23:36 bis 24:52.


Fotos vom Straßenfestgeschehen 2022

Es war wieder ein buntes Treiben bei diesem Straßenfest am 18. Juni 2022. Wir werfen einen Blick auf das Bühnenprogramm und Bühnenumfeld, die Infostände am Straßenfest sowie auf die Schreibwerkstatt und die Zirkuswerkstatt. Zuerst kommen die, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre: unsere Technikcrew mit der Bühne und der Infopoint als Anlaufstelle aller Auftretenden.

Alle Fotos vom Straßenfest stammen von Rüdiger Löster.


Ausstellungen

Wie in den meisten Jahren gab es am Platz auch wieder eine Ausstellung. Die Ausstellung „Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt“vom ISFBB e.V. beschreibt das Leben des Nürnberger Sinto Franz Rosenbach (1927-2012) in nationalsozialistischen Konzentrationslagern sowie die Aufarbeitung seiner Verfolgungen. Herr Rosenbach überlebte das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, die Konzentrationslager Buchenwald, Mittelbau-Dora sowie einen Todesmarsch. Die Ausstellung behandelt auch den institutionellen Rassismus gegen Sinti und Roma in den ersten Nachkriegsjahrzehnte. Nach dem Straßenfest ist sie bis 30. Juli 2022 in den Räumen der Jungen Stimme in Nürnberg zu sehen.

Menschen verschiedener Infostände präsentierten vor der Bühne kurzzeitig die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ der VVN-BdA. Auf der Bühne erklärte Georg Neubauer aus dem Vorstand der VVN-BdA, worum es dabei geht.  Nämlich den Neofaschismus in der BRD und seinen Hintergrund zu beleuchten. Die Ausstellung kann bei der VVN-BdA ausgeliehen werden.


Schreiben und Zirkusieren – Die Werkstätten

Erstmals am Straßenfest gab es eine Schreibwerkstatt und eine Zirkuswerkstatt. Es handelte sich um Mitmachworkshops, bei denen alle kreativ werden konnten. Am Stand der LUISE berieten Poetryslamer:innen, wie man selbst Texte erstellt. Das Quibble stemmte die Zirkuswerkstatt, in der verschiedene Disziplinen der Zirkuskunst erprobt werden konnten.


Infos, Infos, Infos an Ständen, Ständen, Ständen

Zahlreiche Gruppen, Organisationen, Parteien etc. waren wieder nach zwei Jahren Pause mit Infoständen am Aufseßplatz. Anbei eine Fotogalerie zu den Infoständen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Auf und vor der Bühne

Von 14:00 bis 22:00 Uhr gab es wieder ein buntes Programm, gemischt aus Musik, Tanz und Wortbeiträgen. Am Vorabend des Festes gab es noch einmal Veränderungen und auch am Fest selber gabe es noch Veränderungen. Alles hat aber super geklappt.

Michael Ziegler (linkes Foto) sprach ein Grußwort als Vertreter der Stadt Nürnberg. Ihm folgte die Band Dezibel, die auch die ersten Fans anlockte. Sie fand sich vor über zwei Jahren zusammen, als sie beschlossen, nach ihrer gemeinsamen Zeit als Schulband als unabhängige Band weiterzumachen. Bestehend aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Sängerin kreieren sie ihre Songs aus gemeinsamen Jams heraus. Einer bestimmten Stilrichtung kann man Dezibel nicht wirklich zuordnen.

Die Saz-Gruppe der DIDF. Seit ca. zwei Jahren unterrichtet Cem Karatastan, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Räumen der Junge Stimme e. V. Und wie zu sehen ist, stellten sie mit 12 Beteiligten den Bühnenrekord hinsichtlich der Anzahl von Menschen auf der Bühne.

Aydin Aydin vom Staatstheater Nürnberg

Aydın Aydın vom Staatstheater Nürnberg trug den „Monolog über die Freiheit“ vor. Carolin Emckes Monolog über die Freiheit ist eine Streitschrift gegen die Rechtfertigung von Hass und zeigt, wie unfrei diejenigen sind, von denen Rassismus und Ausgrenzung ausgeht. In der Art zwischen locker bis eindringlich rezitierte Aydın Aydın den Monolog. Viele hörten dem Vortrag gebannt zu. Es gab eine Mischung aus zustimmend nickend, Schauer auf dem Rücken und vieles mehr. Auf alle Fälle machte der Text sehr nachdenklich.

Die Temperaturen waren nicht ohne. Immerhin war es noch zwei Grad kühler als am darauf folgenden Sonntag.

Ein zweites Mal kam Michael Ziegler für die Karl-Bröger-Gesellschaft auf die Bühne und mit ihm Birgit Mair vom ISFBB e. V. und Mitwirkende vom Straßenfestbündnis. Das Straßenfest, das seit 2015 von einem breiten Bündnis organisiert wird, und Birgit Mair, deren Beitrag im Anschluss folgte, wurden in diesem Jahr mit der Karl-Bröger-Medaille ausgezeichnet, die auf dem Straßenfest noch einmal, nachdem die Verleihung im April stattgefunden hatte, symbolisch übergeben wurde.

Auch dieses Jahr kam wieder eine Beitrag vom Theaterlabor Nürnberg, vorgetragen von Hamudie, den wir bereits letztes Jahr erleben durften. Das 2002 gegründete Theaterlabor Nürnberg ist eine professionelle, freie Theatergruppe für kulturelle und interkulturelle Projekte. Die künstlerische Leitung liegt bei Irfan Taufik, den wir auch begrüßen konnten.

Die beiden Musiker Arno Lang und Ferdinand Roscher spielten über sieben Jahre zusammen bei den „Rockin‘ Lafayettes“. Nachts, in den Stunden nach deren unzähligen Konzerten gewöhnten sich die Beiden an, in den Hinterzimmern verrauchter Clubs zum Spaß Lieder von Jeffrey Lee Pierce, Townes Van Zandt und anderer Dunkelmänner der Musikgeschichte zu spielen; tiefschwarze und traurige Nummern, die nicht ins Repertoire der Lafayettes passten. So entstand ganz nebenbei ein Programm, dessen Schattierungen von düster-melancholischen Tönen bis zu aggressivem Folk-Punk und Rock’n’Roll reichen. Dieses Programm tragen sie als The devil‘s dandy dogs vor.

Spontan kam noch Stephan Doll vom DGB bzw. der Allianz gegen Rechtsextremismuns zum einem Grußwort vorbei. Ihm folgte eine kurze Vorführung des Mitmachzirkus (ohne Bild).
Wie jedes Jahr gab es ein Statement des Straßenfestbündnisse, das wieder von Eylem Gün gehalten wurde. „Unser Straßenfest versteht sich als Ort der Begegnung und des Dialogs von Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller oder ethnischer Herkunft. Unser Straßenfest ist aber gleichzeitig auch ein politisches Statement“, so Eylem Gün vom Junge Stimme e.V. in ihrem Redebeitrag.Sie machte klar, dass das Bündnis weiterhin Aufklärung im NSU Komplex und bei weiteren rechten Taten fordern werde: „Wir sind fest entschlossen. Wir werden nicht vergessen oder aufgeben. Wir werden nicht nachgeben bis alle Verantwortlichen ans Tageslicht gebracht sind. Wir sind es den Verstorbenen und den Hinterbliebenen schuldig. Wir stehen zusammen“.

AMERICA LATINA VIBRA – Das Duo besteht aus Jose Luis Ortega aus Kolumbien und Paola Borgonovo aus Guatemala. Und sie präsentierten folkloristische Tänze aus Kolumbien und animierten im zweiten Teil ihrers Auftritts noch, ihre Tanzkünste wieder aufzufrischen.

Erstmals bei uns war die Band Kontrast, die sich im Rahmen des Didf Jugend Camps in Südfrankreich 2018 zusammengefunden hat. Seitdem machen sie gemeinsam Musik. Mit der Pandemie war es nicht immer einfach. Die Mitglieder sind nämlich aus ganz Deutschland und einer sogar aus London. „Musik verbindet!“, sagen sie. Sie sind für Solidarität, gegen Rassismus und Zusammenhalt und genau das möchten sie durch die Vielfalt ihrer Musik, sei es in Sprache oder Stil, auf der Bühne zeigen.
Der Funken sprang dann ganz schnell auf das Publikum über und vor der Bühne wurde es voll.

Die Tanzperformance unter dem Titel: „Tanz kennt kein DU und ICH“  wurde aufgeführt von: Alii, Schrotty, Zimbah und Ehab aus der Bridge Fam.
Die „Bridge Fam“ ist ein Zusammenschluss von Künstler*Innen, überwiegend aus dem tänzerischen Bereich, welcher sich 2021 gebildet hat. Es geht dabei um die persönliche, tänzerische und künstlerische Weiterentwicklung jeder einzelnen Person sowie um den gemeinsamen Austausch aller Beteiligten untereinander. Gegenseitiger Respekt und Akzeptanz der Diversität und Individualität sind uns (der Bridge Fam) wichtig. Vielfalt ist unsere größte Stärke – wir unterstützen uns gegenseitig und “bauen Brücken seit 2021“.

Zum Abschluss des Programms wurden wir um Teile des Mittelmeers geführt: von dem Mittelmeer Orchestra.
10 Musiker aus 4 verschiedenen Nationen lassen gemeinsam einen Klang entstehen, der uns durch die verschiedenen Kulturen von Griechenland über die Türkei bis nach Mazedonien führt. Zu einer Sas von der Schwarzmeerküste mischen sich die singenden Töne einer Kemensche aus Griechenland als auch die Tiefen des Waldhorns und jazzige Elemente durch Altsaxophon und Kontrabass. Zudem verbinden sich Cello, Geige und Gitarren mit Trompetensoli und Trommelrythmen zu abwechselnd romantischen und dynamisch nach vorne treibenden Stücken. Das alles wird getragen von türkischer und deutscher Lyrik, die sich mit Texten der Roma zu einem bunten Teppich weben – in eine Welt der Völkerbegegnung. Mit teilweise besinnlichen Musikstücken und dann wieder fetzigen Elementen wurde es am Abend dann nicht wirklich kühler.


Die Ergebnisse der Schreibwerkstatt

Gut belegt war der Pavillon der LUISE, in dem die Schreibwerkstatt vom NextGeneration Poetry Slam Nürnberg/Fürth angeboten wurde. Es wurden Hefte zerschnitten und der Schnitt neu zusammen geklebt, gemalt, von Hand geschrieben unds was auch sonst noch die Ergebnisse können uns sollen sich sehen lassen. Deswegen folgen die Lyrik-Collagen jetzt kommentarlos. Sie sprechen für sich.

Copyright: U20 Poetry Slam Nürnberg/Fürth