Flyer/Plakate und mehr 2019

Auch dieses Jahr wird der Flyer und das Plakat zum 1. Mai in gedruckter Form zur Verfügung stehen. Zeitgleich werden sie an dieser Stelle in deutscher und türkischer Version als pdf zur Verfügung stehen.

Den Aufruf zum Straßenfest, der im Flyer abgedruckt wird, bieten wir auch wieder in leichter Sprache an.
Aufruf auf deutsch in leichter Sprache

Erstmals bieten wir den Text des Aufrufs auch in weiteren Sprachen an. Bitte beachtet, dass die Übersetzungen ehrenamtlich erstellt wurden. Sie sind deswegen eventuell nicht frei von Fehlern. Wer Fehler findet, meldet sie bitte an jungestimme.nbg@gmx.de
Aufruf auf arabisch
Aufruf auf englisch
Aufruf auf finnisch
Aufruf auf französisch
Aufruf auf griechisch
Aufruf auf russisch
Aufruf auf sorani-kurdisch
Aufruf auf spanisch

Hier vorab der Aufruf in deutscher Sprache:

Liebe Nürnbergerinnen und Nürnberger,
zwischen 2000 und 2007 ermordete der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) neun Mitbürger mit Migrationshintergrund und eine Polizistin. Drei der Opfer wurden in Nürnberg ermordet: am 13. Juni jährt sich der Todestag von Abdurrahim Özüdoǧru, am 9. Juni der Todestag von Ismail Yaşar und am 9. September der von Enver Şimşek. Auch der erste Bombenanschlag des NSU fand in Nürnberg, in einer Gaststätte in der Südstadt, statt. Jahrelang suchte die Polizei im Umfeld der Opfer nach den Tätern.
Inzwischen endete der NSU-Prozess in München, wirkliche Aufklärung hat er nicht gebracht. Gerade in Nürnberg ist eine Aufdeckung der Unterstützerszene des NSU von einer wirklichen Aufklärung weit entfernt.
Während der NSU-Prozess also keine wirkliche Aufklärung geboten hat und während Hetzjagden wie in Chemnitz, die wir uns in der Vergangenheit noch nicht einmal vorstellen konnten, traurige Realität sind, sehen wir gleichzeitig, dass Rassismus und menschenfeindliches Denken nicht länger nur eine Randerscheinung sind. Eine rassistische, in Teilen rechtsextreme Partei ist inzwischen auch in den Bayerischen Landtag eingezogen, stellt einen ihrer Nürnberger Funktionäre als Bundestagsabgeordneten, eine Nürnberger Bezirksrätin dieser Partei fällt immer wieder durch ihre Verherrlichung des NS-Regimes und ihre Nähe zu Rechtsextremisten auf. Der frühere Landesvorsitzende dieser Partei – ebenfalls inzwischen Bundestagsabgeordneter – unternimmt eine Reise nach Südafrika, um dort am Schießtraining einer rechtsextremen, rassistischen Gruppe teilzunehmen.
Kundgebungen und Demonstrationen rechter, menschenfeindlicher Gruppen finden auch in Nürnberg regelmäßig statt, inzwischen auch im Herzen der Südstadt, auf dem Aufseßplatz. Anschläge auf Geflüchtetenunterkünfte, Angriffe und Drohungen gegen JournalistInnen und gegen Menschen, die sich gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit engagieren, häufen sich. Sexualisierte Gewalttaten gegen Frauen werden von den Rassisten für ihre Propaganda ausgenutzt und instrumentalisiert.
Umso notwendiger ist es, geschlossen gegen Rassismus und Diskriminierung aufzutreten. Hass und Rassismus haben keinen Platz in der Nürnberger Stadtgesellschaft. In diesem Sinn bereiten wir als breit aufgestelltes Bündnis nun zum fünften Mal das Straßenfest gegen Rassismus und Diskriminierung auf dem Aufseßplatz vor. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Institutionen setzen sich damit für ein besseres Zusammenleben der Menschen ein, unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe, sexuelle Identität und Sprache.